Welche Faktoren beeinflußen den Wechselkurs einer Währung?

Wer erfolgreich mit Devisen handeln möchte, sollte sich zunächst mit den elementaren Zusammenhängen, die den Wechselkurs einer Währung bestimmen, auseinandersetzen. Gerade zu so stürmischen Zeiten wie der aktuellen Finanzkrise, in denen Euro, Dollar und Co. regelmäßige Berg- und Talfahrten vornehmen, lassen sich so Gewinne von mehreren 100% am Devisenmarkt realisieren. Doch was beeinflusst das Tauschverhältnis einer Währung? Lesen Sie im Folgenden, welche Umstände “bullish” und welche Ereignisse “bearish” auf den Euro auswirken und wie Sie auch in Zeiten einer Finanzkrise als Gewinner vom Forex Marktplatz hervorgehen können.

1. Angebot und Nachfrage

Auch wenn die momentanen Schlagwörter Griechenland, Italien, Finanzkrise, Euro-Bonds oder Rettungspaket lauten, so sollte man nicht vergessen, dass auch der Devisenmarkt zunächst genauso funktioniert, wie jeder andere Marktplatz auch: Finden Angebot und Nachfrage zueinander, bildet sich der Preis. Steigt die Nachfrage, so steigt der Preis – und umgekehrt. Die entscheidende Frage lautet daher, was beeinflusst Angebot und Nachfrage einer Währung?

Eine einfache Finanzweisheit besagt, dass Geld dorthin wandert, wo es am meisten Rendite erwirtschaftet. Dies gilt gleichermaßen für Aktien oder Fonds und das klassische Sparbuch, wie auch für Devisen. Das Ergebnis ist ein Finanzstrom von Niedrig- in Hochzinsländer, in denen Anleger mit einer höheren Rendite angelockt werden. Dies hat zur Folge, dass die Währung des Niedrigzinslandes eine Abwertung erfährt während die Währung des Hochzinslandes entsprechend aufgewertet wird. Hohe Zinsen sind jedoch auch oftmals gleichbedeutend mit einem Risikoaufschlag und wirken sich negativ auf die Nachfrage aus. Ein Beispiel aus der aktuellen Finanz- und Schuldenkrise verdeutlicht diesen Effekt: die Zinsen für griechische Staatsanleihen sind momentan nur deshalb so hoch, da ein Totalausfall auf Seiten der Anleger zumindest nicht unmöglich erscheint, sollte Griechenland den Staatsbankrott erklären. Die überhöhten Zinsen, die Griechenland seinen Anlegern und Investoren bietet, sind quasi der “letzte Strohhalm”, der der griechische Regierung bleibt um überhaupt Investoren anziehen zu können. Wer will schon in eine Hochrisikoanleihe investieren – es sei denn es rentiert sich durch überdurchschnittliche hohe Zinserträge.

2. Vertrauen, Preisstabilität und Aussenhandel

Das Beispiel Griechenland zeigt deutlich, dass hohe Zinsen zwar Kapitalströme anziehen, jedoch gleichermaßen unattraktiv auf Anleger wirken, wenn sie lediglich das Risiko eines Totalausfalles abbilden. Neben der Renditeaussicht gibt es bei der Preisbildung auf dem Devisenmarkt weitere Einflussfaktoren. Eine weitere Variable kann erneut mit den aktuellen Geschehnissen in Europa verdeutlicht werden: das Vertrauen der Anleger (in eine bestimmte Volkswirtschaft).

Verlieren Anleger ihr Vertrauen in eine Geldanlage, so lösen sie sie in der Regel auf und schichten ihr Vermögen in weniger risikobehaftete Finanzanlagen um. Steigen also z.B. die Staatsverschuldung an und dem betroffenen Land droht die Zahlungsunfähigkeit, dann müssen die Besitzer von Staatsanleihen um ihre Einlagen fürchten. Die Folge ist ein Sinken der Nachfrage in eben jene Staatsanleihen, was gleichbedeutend ist mit einem sinkenden Interesse in die betroffene Währung, welches sich wiederum in fallenden Wechselkursen ausdrückt.

Die im Euro-Raum maßgebliche Preisstabilität, welche im Vertrag von Maastricht verankert wurde, zielt in dieselbe Richtung. Je instabiler ein Preis zu werden droht und Inflations- oder Deflationsängstes zunehmen, desto unattraktiver wird der Standort für Auslandsinvestiontionen – und eine Abwertung der nationalen Währung ist die Folge.

Ein weiterer fundamentaler Faktor für die Preisbildung am Devisenmarkt ist die Aussenhandelsbilanz einer Volkswirtschaft. Wenn der Wert der Importe den Wert der eigenen Exporte deutlich über- oder unterschreiten, so spricht man von einer unausgeglichenen Aussenhandelsbilanz. Diese führt, je nachdem ob ein Aussenhandelsüberschuss oder ein -defizit vorliegen, zur Akkumulation von Fremdwährungen, was widerum deren Kursanstieg zur Folge hat. Wenn Sie sich näher für die Beziehung von Wechselkurs und Aussenhandelsbilanz interessieren und sich weiter in das Thema einarbeiten möchten, empfehlen wir Ihnen folgenden ausgiebigen Artikel von Bundesbank.de.

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