Investieren Frauen besser als Männer?

Die Direktanlagebank (DAB Bank) mit Sitz in München hat 480.000 Depots ausgewertet. Demnach spekulieren Frauen vorsichtiger als Männer und schneiden bei der Geldanlage langfristig etwas besser ab.

Die DAB Bank untersucht seit 2009 das Anlageverhalten von Frauen und Männern. Dazu werden jedes Jahr die Depots von 480.000 Privatanlegern ausgewertet. Im Vorjahr lagen Frauen und Männer bei der Performance fast gleichauf. Beide Geschlechter erzielten eine Jahresrendite von 7,7 %. Im langfristigen Vergleich schnitten Frauen allerdings besser ab als Männer. Hatte eine Frau Anfang 2009 z.B. 1000 Euro angelegt, erhielt sie Ende 2012 unter Berücksichtigung des Zinseszinseffekts einen Betrag von rund 1275 Euro zurück. Das Plus von 27,5 % entspricht einer durchschnittlichen Jahresrendite von 6,3 %. Männer kamen auf eine Gesamtperformance ihrer Geldanlage von 26,3 % über die vergangenen vier Jahre. Dies ergibt eine Jahresrendite von 6 %. Frauen und Männer erreichten somit mit Aktien und anderen Wertpapieren bessere Ergebnisse als Sparbuch-Sparer.

Auch wenn beide Geschlechter im Vorjahr fast die gleiche Performance aufweisen, sind im Geldanlageverhalten größere Unterschiede erkennbar. Männer bevorzugen riskantere Wertpapiere als Frauen. Ende 2012 hatten Männer 53,3 % ihres Depotvolumens in Aktien investiert, bei Frauen waren es 48,8 %. Bei Investmentfonds hielten die Frauen mit 35,4 % einen höheren Anteil im Depot gegenüber 31,6 % bei Männern. Auch favorisierten Frauen Anleihen, die eher als sicher gelten. Männer hielten mehr spekulative Optionsscheine.

Deutliche Unterschiede gibt es auch im Handelsverhalten. Männer sind aktiver an der Börse als Frauen. Im Vorjahr führten männliche Anleger durchschnittlich 6,9 Transaktionen durch, während Frauen nur 3,1-mal Käufe beziehungsweise Verkäufe tätigte. Obwohl Frauen langfristig etwas besser abschneiden, geben an den Börsen nach wie vor Männer den Ton an. Bei der DAB Bank besitzen männliche Anleger 74 % aller Depots. Die Depots der Frauen sind im Schnitt um 40 % kleiner. Das lässt sich nach Ansicht der DAB Bank damit erklären, dass in Deutschland laut Angaben des Statistischen Bundesamts Männer durchschnittlich um 23 % mehr verdienen als Frauen.

Quelle: Die Presse, Print-Ausgabe, 27.03.2013

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